„Es war ein durchwachsener Almsommer“, erzählen die Almleute Martin Reich und Isabella Köhle. „Solch extreme Wettersituationen haben wir noch nie erlebt, sagen beide.“
„Es war ein durchwachsener Almsommer“, erzählen die Almleute Martin Reich und Isabella Köhle. „Solch extreme Wettersituationen haben wir noch nie erlebt, sagen beide.“
Rund neun Stunden dauerte der beschwerliche Almabtrieb von der Hochfeldernalm nach Obermieming. Die Ankunft der Hirten mit ihrem Vieh glich einem Triumphzug. Das Vieh wurden geschmückt, weil im Almsommer keines der Tiere zu Schaden kam.
Mit der „Bauernmesse“ feierten die Mieminger Sänger vor über fünf Jahrzehnten ihre Chor-Premiere in der Pfarrkirche Untermieming. Zur Verabschiedung ihres Gründungsmitglieds, Hofrat Dr. Otto Thaler, waren die Almbauern deshalb auch die besten Gastgeber des Festaktes auf der Hochfeldern Alm.
Bis zu 700 Schafe, Ziegen und Lämmer wurden am Samstag, dem 21. Oktober 2017 im Schafbad Fiecht in Mieming gebadet. Mit dem Bad werden die Tiere vor allem gegen Klauenseuche geschützt.
„Heuer waren 230 Stück Vieh auf der Hochfeldern Alm“, erfahren wir von Almobmann Andreas Scharmer. „Ein Teil von ihnen wurde schon in den vergangenen Tagen zurück nach Mieming geführt.“ Wetter- und Weideverhältnisse waren nicht mehr akzeptabel, so Andreas Scharmer, der als Almobmann sein Debüt gab.
Ein Wochenende – drei Almabtriebe. Die Hirten der Mieminger Almen brachten ihr Vieh nach Hause. Es war an der Zeit. Erster Schnee auf Hochfeldern-, Marienberg- und Seeben Alm drängte zum Aufbruch.
"Das Wetter heute ist ein Glücksfall", so Abt German Erd nach seiner Ankunft auf der 1623 Meter hoch gelegenen Marienberg Alm. Nach einem erfolgreichen Almsommer segnete der Stamser Abt Vieh, Mensch und Natur.
Almhirt Martin Reich wurde gefeiert. Zu seinem 37. Geburtstag kamen Gratulanten aus Mieming, von den Nachbaralmen und aus seinem Heimatort Längenfeld am Freitagabend auf die Hochfeldern Alm ins Gaistal.
Es gibt wesentlich höhere Berge in Tirol als den knapp über 2000 Meter aufragenden Simmering, der das Mieminger Plateau gegen das Inntal hin begrenzt, aber als Aussichtsgipfel kann er es mit jedem Dreitausender aufnehmen.
Zum ersten Mal seit vier Jahren kam das Vieh beim Almabtrieb von der Hochfeldern Alm wieder geschmückt in Obermieming an. "Das ist eine Ehre für die Hirten, die das heuer zum ersten Mal miterleben", sagte Almobmann Klaus Scharmer am Rastplatz beim Hotel Brenner in Affenhausen.
Abt German Erd traf die Herzen der Bergler als er sagte: „Das hier, gehört uns allen. Das kann sich kein Millionär leisten. Mit keinem Geld der Welt.“ Seine Predigt zur Almmesse auf der Marienberg Alm widmete der Abt vom Zisterzienserstift Stams weitgehend dem Weltgeschehen. Das kam an.
Zum Wochenbeginn haben wir dem neuen Hüttenwirt Christian Soraperra auf der Marienberg Alm einen Besuch abgestattet. „Das ist heute nicht der beste Tag“, sagte er zum Auftakt. „Aber ein wenig Sonne wird sich noch zeigen lassen.“ So war’s dann auch.
„Wir schnitzen noch einen neuen Holzbrunnen und der Stall muss wieder hergerichtet werden, sonst ist alles fertig“, sagt Almobmann Klaus Scharmer. Die Generalsanierung war nach nur einem halben Jahr Bauzeit erfolgreich abgeschlossen.